
Pilzexkursion: Praktische Einführung in die Bestimmung von Wildpilzen bei einer herbstlichen Waldwanderung.
Ökologische und Mykologische Analyse der Pilzflora im Stuckenberg: Ernährungsweisen, Arteninventar und Rahmenbedingungen für Exkursionen
Die Durchführung einer mykologischen Exkursion (Pilzwanderung ) am 25. Oktober 2026 um 10:00 Uhr im Stuckenberg bei Herford unter der fachkundigen Leitung von Markus Pischel erfordert eine wissenschaftlich fundierte Betrachtung der Standortfaktoren, der ernährungsphysiologischen Einteilung der Fungi sowie des zu erwartenden Artenspektrums. Mit einer Gruppengröße von 20 Personen befindet sich das Vorhaben an der Schnittstelle zwischen ökologischer Umweltbildung und naturschutzrechtlich regulierter Betretungspraxis. Die differenzierte Kenntnis der pilzlichen Stoffwechseltypen bildet hierbei die theoretische Grundlage für das Verständnis der zentralen Rolle von Pilzen im Stoffkreislauf des Waldes.
Die Pilzwanderung Stuckenberg bietet die Möglichkeit, die Vielfalt der Pilzflora hautnah zu erleben.
Anmeldung unter 0152 33981610.
In diesem Artikel
Ökologische Standortanalyse und rechtliche Rahmenbedingungen im Stuckenberg
Der Stuckenberg stellt ein rund 74 Hektar großes, zusammenhängendes Waldgebiet im Ostwestfälischen Hügelland dar, das sich über die Gemarkungen der Städte Herford und Vlotho erstreckt. Geologisch basiert die Region auf flachwellig gefalteten mesozoischen Sedimentgesteinen der Trias, des Juras und der Kreide, vorwiegend bestehend aus Tonmergel-, Kalk- und Sandsteinen. Diese Festgesteine werden stellenweise von eiszeitlichen Lössablagerungen überdeckt, aus denen sich fruchtbare Parabraunerden sowie sandig-lehmige bis lehmig-tonige Braunerden entwickelt haben. Die Höhenlage bewegt sich zwischen 60 und 120 Metern über Normalnull innerhalb der planaren bis kollinen Höhenstufe des Wuchsgebietes Weserbergland. Unter dem Einfluss eines subatlantischen Klimas mit moderaten Sommertemperaturen und konstanten Niederschlägen bildet der Wald vielfältige Mikrohabitate aus.
Vegetationskundlich ist der Stuckenberg durch schützenswerte Laubwaldgesellschaften geprägt. Im Zentrum stehen Hainsimsen-Buchenwälder (Luzulo-Fagetum), Waldmeister-Buchenwälder (Galio-Odorati-Fagetum) sowie Stieleichen-Hainbuchenwälder (Galio-Carpinetum). Entlang der tief eingeschnittenen Sieke und Bachläufe treten zudem Erlen-Eschen-Auenwälder auf. Ein hoher Anteil an Buchen und Eichen mit einem Alter von über 100 Jahren sowie eine zunehmende Anreicherung von Steh- und Liegendtotholz schaffen hervorragende Voraussetzungen für eine artenreiche Mykoflora.
Aus rechtlicher Sicht erfordert die Durchführung der Exkursion eine strikte Beachtung des Schutzstatus. Der Stuckenberg ist als Naturschutzgebiet (NSG) sowie als Bestandteil des Natura-2000-Netzwerks (FFH-Gebiet „Wald nördlich Bad Salzuflen“) ausgewiesen. Gemäß den Bestimmungen des Landesnaturschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (LNatSchG NRW) und der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchVO) gilt im Naturschutzgebiet ein allgemeines Wegegebot sowie ein striktes Verbot, Pflanzen, Pilze oder deren Teile zu entnehmen oder zu beschädigen. Eine Exkursion mit 20 Personen unter der Leitung von Markus Pischel, der im Rahmen der Pilzfreunde Herford tätig ist, kann innerhalb der Schutzgebietsgrenzen somit ausschließlich als reine Lehr- und Bestimmungsexkursion durchgeführt werden. Das physikalische Sammeln von Speisepilzen für den Eigenbedarf im Rahmen der gesetzlichen Handstraußregelung (ca. 1 bis 2 Kilogramm pro Person und Tag) ist auf die angrenzenden Waldflächen außerhalb des Naturschutzgebietes beziehungsweise auf das Landschaftsschutzgebiet beschränkt.
| Standort- und Rahmenparameter | Ausprägung im Stuckenberg | Mykologische und rechtliche Relevanz |
|---|---|---|
| Geomorphologie & Seehöhe | Ostwestfälisches Hügelland, 60–120 m ü. NN | Bestimmt das mesoklimatische Temperatur- und Feuchteniveau |
| Geologie & Bodenazidität | Mesozoische Sedimente, Löss-Parabraunerden, Braunerden | Nährstoffreiche, mäßig azide bis basische Pufferkapazität |
| Dominierende Gehölze | Fagus sylvatica, Quercus robur, Carpinus betulus, Alnus glutinosa[cite: 1] | Essenzielle Mykorrhiza-Partnerbäume und Totholzlieferanten |
| Phänologisches Fenster | Mitte Oktober (26.10.2026) | Höchste Artenvielfalt bei herbstlichen Ektomykorrhiza- und Folgepilzen |
| Schutzgebietsstatus | Naturschutzgebiet (74 ha) / FFH-Gebiet | Striktes Entnahmeverbot und Wegegebot im NSG; Sammeln nur im LSG |
| Exkursionsprofil | 20 Teilnehmende, Leitung: Markus Pischel | Bildungsveranstaltung zur Artenkunde und Ökosystemfunktion |
Systematik der ernährungsphysiologischen Kategorien (Trophiegruppen) der Fungi
Als heterotrophe Organismen sind Pilze im Gegensatz zu autotrophen Pflanzen nicht zur Photosynthese befähigt. Sie gewinnen ihre Energie sowie die benötigten Kohlenstoffverbindungen aus der Transformation organischer Substanzen. Im Waldökosystem des Stuckenbergs lassen sich die Fungi anhand ihrer trophischen Interaktionen und Stoffwechselstrategien in drei primäre Hauptkategorien sowie spezialisierte Sonderformen unterteilen.
Saprobionten (Saprotrophe Pilze / Zersetzer)
Saprobionten ernähren sich von totmorphem organischem Material. Sie fungieren als biochemische Destruenten, indem sie komplex gebundene makromolekulare Polymere wie Lignin, Cellulose, Hemicellulose, Pektin und Chitin enzymatisch aufschließen und in anorganische Grundstoffe mineralisieren. Innerhalb dieser Gruppe existiert eine klare ökologische Nachfolge. Primärzersetzer besiedeln frische Pflanzenteile und frisch abgestorbenes Holz. Sie verfügen über hochspezialisierte Enzymsysteme aus Laccasen, Manganperoxidasen und Ligninperoxidasen, die den komplexen Lignin-Polymerkomplex spalten können. Sekundärzersetzer nutzen das bereits anverdaute Substrat in der Streuschicht, während Tertiärzersetzer (Humuszersetzer) im tiefere Humushorizont wirken. Ohne die kontinuierliche Enzymaktivität der Saprobionten würde der Nährstoffkreislauf im Hainsimsen-Buchenwald innerhalb kurzer Zeit aufgrund von Nährstofffixierung im Totholz zum Erliegen kommen.
Mykorrhizapilze (Symbionten)
Mykorrhizapilze gehen eine gegenseitig vorteilhafte Symbiose mit den Wurzeln von Landpflanzen ein. Im Stuckenberg ist die Ektomykorrhiza (ECM) die ökologisch prägende Symbioseform. Hierbei umschließen die Pilzhyphen die unverholzten Feinwurzeln von Laub- und Nadelbäumen – insbesondere von Rotbuchen, Eichen und Fichten – mit einem dichten Mantel aus Pilzgewebe. Die Hyphen dringen in das Rindengewebe der Wurzel ein und bilden das sogenannte Hartig’sche Netz aus, das als Ort des Stoffaustauschs dient.
Der Pilz versorgt den Wirt mit Wasser, Stickstoffverbindungen, Phosphat und Mikronährstoffen, die er durch sein weit verzweigtes Myzel aus mikroskopisch feinen Bodenporen löst. Zudem erhöht der Pilzmantel die Toleranz des Baumes gegenüber Schwermetallen und pathogenen Wurzelpilzen. Im Gegenzug erhält der Mykorrhizapilz von der Wirtspflanze bis zu 30 Prozent der durch Photosynthese gebildeten Hexosen (Glucose und Fructose). Viele der geschätztesten Speisepilze sind obligate Ektomykorrhizapilze und lassen sich ohne ihren spezifischen Wirtsbaum nicht künstlich anbauen.
Parasiten (Biotrophe und Nekrotrophe Pilze)
Parasitische Pilze gewinnen ihre Nährstoffe von lebenden Wirtsorganismen und fügen diesen dabei Schäden zu. Man unterscheidet biotrophe Parasiten, die darauf angewiesen sind, dass das Gewebe des Wirtes am Leben bleibt, und nekrotrophe Parasiten (auch Schwächeparasiten oder Wundparasiten genannt). Nekrotrophe Spezies töten das Wirtsgewebe gezielt durch die Sekretion von Enzymen oder Toxinen ab und ernähren sich anschließend von den abgestorbenen Zellen.
Für viele holzbewohnende Großpilze im Stuckenberg ist ein trophischer Phasenwechsel charakteristisch: Sie dringen über Verletzungen an der Stammbasis oder an Wurzeln in den lebenden Baum ein, erzeugen als Parasit eine Stamm- oder Wurzelfäule und wechseln nach dem Absterben oder Abbrechen des Baumes in eine saprotrophe Lebensweise, um den Holzstumpf vollständig abzubauen.
Spezialisierte Nischen und Mischformen
Über die drei Hauptkategorien hinaus existieren Übergänge und funktionelle Spezialisierungen. Mykoparasiten haben sich darauf spezialisiert, die Fruchtkörper oder das Myzel anderer Pilzarten zu besiedeln und ihnen Nährstoffe zu entziehen. Lichenisierte Pilze bilden in Symbiose mit Grünalgen oder Cyanobakterien die Morphologie der Flechten. Fakultative Trophiebeziehungen erlauben es flexiblen Arten zudem, je nach Umgebungsbedingungen und Nährstoffverfügbarkeit zwischen saprotropher und schwach parasitischer Ernährungsweise zu wechseln.
| Trophische Kategorie | Primäre Kohlenstoff- und Nährstoffquelle | Biochemischer Aufschlussmechanismus | Ökologische Schlüsselfunktion | Spezifische Substrate im Stuckenberg |
|---|---|---|---|---|
| Saprobionten | Totmorphe Biomasse (Lignin, Cellulose, Streu) | Extrazelluläre Laccasen, Cellulasen, Peroxidasen | Humusbildung, Mineralisierung von Biogeoelementen | Totholz von Fagus sylvatica, Laubstreuschicht |
| Mykorrhizapilze | Photosynthetate (Glucose/Fructose) der Wirtspflanze | Invertase-Aktivität, Hartig’sches Netz, Phosphatasen | Erhöhung der Baumresilienz, Nährstoffaufnahme | Feinwurzelsysteme von Fagus, Quercus, Picea[cite: 1, 10] |
| Parasiten | Lebende Pflanzengewebe, Protoplasten, Zellsaft | Pektinasen, Proteasen, Phytotoxine, Ligninabbau | Totholzerzeugung, Bestandssortierung, Höhlenbildung | Wurzelwerk und Stammbasis geschwächter Bäume |
| Mykoparasiten | Hyphen und Fruchtkörper anderer Fungi | Chitinasen, Glucanasen, Mykotoxine | Statistische Regulierung von Pilzpopulationen | Fruchtkörper von Röhrlingen und Täublingen |
Phänologie und Artenspektrum: Die zehn gängigsten Speisepilzarten im Stuckenberg zur Herbstsaison
Unter Berücksichtigung der klimatischen Bedingungen Mitte Oktober und der standortkundlichen Gegebenheiten des Stuckenbergs lässt sich das Auftreten der zehn gängigsten Speisepilzarten differenziert darstellen. Diese Spezies decken alle drei Hauptgruppen der Ernährungsweisen ab und bieten ein hervorragendes Feld für die artenkundliche Schulung durch Markus Pischel.
Ektomykorrhizale Speisepilze der Herbstflora
Die Vergesellschaftung von Altbuchen und Eichen auf Löss-Braunerden bildet im Stuckenberg das Zentrum für ektomykorrhizale Röhrlinge und Leistlinge. Der Fichten-Steinpilz (Boletus edulis) bildet Symbiosen mit der Rotbuche und Fichte aus. Er zeichnet sich durch einen semmelbraunen Hut, ein feines weißes Stielnetz sowie anfänglich rein weiße, im Alter olivgellbliche Röhren aus. Eine Verwechslung mit dem bitteren, aber ungiftigen Gallenröhrling (Tylopilus felleus) wird durch dessen dunkles, erhabenes Netz und die rosa Anlaufzone der Röhren vermieden.
Der Maronen-Röhrling (Imleria badia) tritt vorrangig unter Nadelgehölzen sowie in sauren Buchenbeständen auf. Sein kastanienbrauner Hut und das auf Druck intensiv blauende Röhrenfutter sind markante Merkmale. Der Flockenstielige Hexen-Röhrling (Neoboletus erythropus) bevorzugt saure Böden unter Buchen und Fichten. Er besitzt einen samtigen, dunkelbraunen Hut, leuchtend rote Röhrenmündungen und einen dicht rot geflockten Stiel ohne Netzstruktur. Bei Anschnitt läuft sein Fleisch augenblicklich tiefblau an. Roh ist die Art aufgrund thermolabiler Toxine giftig; gut durchgegart zählt sie zu den schmackhaftesten Speisepilzen. Verwechslungen mit dem giftigen Satans-Röhrling (Rubroboletus satanas) werden durch dessen kalkweißen Hut und das deutliche rote Stielnetz ausgeschlossen.
Der Gemeine Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron) ist einer der häufigsten Begleiter der Rotbuche im Ostwestfälischen Hügelland. Seine braune Huthaut platzt im Alter felderig auf und gibt das rötliche Subcutis-Fleisch frei. Aufgrund der hohen Anfälligkeit für den Goldschimmel (Sepedonium chrysospermum) dürfen überständige Exemplare wegen der Gefahr einer Unechten Pilzvergiftung nicht mehr gesammelt werden. Der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius) geht ebenfalls Mykorrhizabindungen mit Laub- und Nadelbäumen ein. Er ist durch seine dottergelbe Farbe, das feste, nach Aprikosen riechende Fleisch und echte, weit herablaufende Leisten anstelle von Lamellen charakterisiert. Sein doppelgängerischer Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca) besitzt echte, mehrfach gabelige Lamellen und weiches Fleisch.
Saprobiontische Speisepilze der Streu- und Holzsubstrate
In der Zersetzerfraktion ragt der Parasol beziehungsweise Gemeine Riesenschirmling (Macrolepiota procera) als tertiärer Saprobiont an lichten Waldrändern heraus. Er imponiert durch seinen bis zu 30 Zentimeter breiten, braun geschuppten Hut, den braun genatterten Stiel und einen dicken, verschiebbaren Doppelring. Verwechslungen mit giftigen Vertretern der Gattung Chlorophyllum oder kleinen, hochgiftigen Schirmlingen (Lepiota spp.) erfordern eine genaue Prüfung der Stielnatterung und -größe. Der Violette Rötelritterling (Lepista nuda) zersetzt als Sekundärsaprobiont die Buchenlaubstreu und bildet im Spätherbst oft großflächige Hexenringe. Seine durchgehend violette Färbung und sein süßlich-parfümierter Geruch sind diagnostisch. Roh ist die Art wegen enthaltenener Hämolysine toxisch und erfordert eine Garzeit von mindestens 10 Minuten. Violette Schleierlinge (Gattung Cortinarius) unterscheiden sich durch braunes Sporenpulver und Cortinareste am Stiel.
Der Flaschen-Stäubling (Lycoperdon perlatum) wächst saprotroph auf dem Boden sowie auf stark vermodertem Holz. Die keulenförmigen Fruchtkörper sind mit feinen, leicht abreibbaren Stacheln besetzt. Die kulinarische Verwendung ist strikt auf junge Exemplare beschränkt, deren Inneres (Gleba) rein weiß und fest ist. Verwechslungsgefahren bestehen mit Eistadien giftiger Knollenblätterpilze (Amanita spp.), die im Längsschnitt jedoch bereits die angelegten Lamellen erkennen lassen. Das Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) besiedelt als Holz-Saprobiont büschelig die Totholzstubben von Rotbuchen. Es zeigt einen hygrophanen, feucht honiggelben, trocken ausblassenden Hut und einen unterhalb der Ringzone deutlich bräunlich geschuppten Stiel. Hier besteht eine tödliche Verwechslungsgefahr mit dem Gift-Häubling (Galerina marginata), welcher Amatoxine enthält, an ähnlichen Holzsubstraten wächst, jedoch einen silbrig-faserigen, ungeschuppten Stiel und einen mehlartigen Geruch aufweist.
Parasitische Speisepilze mit Trophiewechsel
Die Krause Glucke (Sparassis crispa) nimmt unter den Speisepilzen eine Sonderstellung ein. Sie dringt als nekrotropher Wund- und Schwächeparasit über Wurzelverletzungen in die Stammbasis älterer Wald-Kiefern (Pinus sylvestris) ein und erzeugt im Kernholz eine intensive Braunfäule. Der blumenkohlartige, gelblich-cremefarbene Fruchtkörper besteht aus kraus gewundenen Blattlappen mit nussigem Aroma. Nach dem Absterben des Wirtsbaumes setzt die Krause Glucke ihre Aktivität jahrelang als Saprobiont an den verbliebenen Wurzelstubben fort. Ihre Verwechslungsgegnerin, die Breitblättrige Glucke (Sparassis brevipes), wächst an Eichen und Buchen und gilt als selten und schonenswert.
| Wissenschaftlicher Name | Deutscher Name | Ernährungsweise | Substrat / Wirt im Stuckenberg | Morphologische Schlüsselmerkmale | Doppelgänger / Toxizitätsrisiko |
|---|---|---|---|---|---|
| Boletus edulis | Fichten-Steinpilz | Ektomykorrhiza | Fagus sylvatica, Picea abies[cite: 10, 11, 16] | Weißes Stielnetz, Röhren weiß bis gelbgrün | Tylopilus felleus (Ungenießbar, bitter) |
| Cantharellus cibarius | Echter Pfifferling | Ektomykorrhiza | Fagus sylvatica, Quercus robur[cite: 10, 11] | Dottergelb, echte Leisten, Aprikosenduft | Hygrophoropsis aurantiaca (Ungenießbar) |
| Imleria badia | Maronen-Röhrling | Ektomykorrhiza | Picea abies, Fagus sylvatica[cite: 10, 11, 24] | Kastanienbraun, stark blauende Röhren | Tylopilus felleus (Ungenießbar, bitter) |
| Neoboletus erythropus | Flockenstiel. Hexenröhrling | Ektomykorrhiza | Fagus sylvatica, saure Böden | Rote Röhren, rot geflockter Stiel, Blauen | Rubroboletus satanas (Magen-Darm-giftig) |
| Xerocomellus chrysenteron | Gemeiner Rotfußröhrling | Ektomykorrhiza | Fagus sylvatica, Quercus[cite: 6, 10, 23] | Felderig aufplatzender Hut, roter Stielgrund | Goldschimmelfäule (Lebensmittelvergiftung) |
| Macrolepiota procera | Parasol / Riesenschirmling | Saprobiont | Lichtungen, lichter Buchenwald | Genatterter Stiel, verschiebbarer Doppelring | Chlorophyllum venenatum (Giftig) |
| Lepista nuda | Violetter Rötelritterling | Saprobiont | Buchenlaubstreu, Humus | Violett, süßlich-parfümierter Geruch | Cortinarius spp. (Teils tödlich giftig) |
| Lycoperdon perlatum | Flaschen-Stäubling | Saprobiont | Waldboden, starkes Totholz | Leicht abreibbare Stacheln, weiße Gleba | Amanita-Eistadium (Tödlich giftig) |
| Kuehneromyces mutabilis | Stockschwämmchen | Saprobiont | Totholzstubben von Buchen | Hygrophan, deutlich geschuppter Stiel | Galerina marginata (Tödlich giftig / Amatoxine) |
| Sparassis crispa | Krause Glucke | Parasit / Saprobiont | Wurzelbereich / Stubben von Pinus[cite: 18, 20, 21] | Badeschwammstruktur, nussiger Geruch | Sparassis brevipes (Essbar, schonenswert) |
Synthese, ökologische Wirkungszusammenhänge und exkursionsdidaktische Schlussfolgerungen
Die Verknüpfung standortkundlicher, trophischer und rechtlicher Analysegründe führt zu klaren Handlungsempfehlungen für die Exkursion am 26. Oktober 2026. Das Zusammenspiel aus geologischem Untergrund, kalk- bis mäßig azidablen Braunerden und dem Altbaumbestand der Buchen- und Eichenwälder macht den Stuckenberg zu einem hocheffizienten ökologischen System. Die Pilze stellen hierbei kein isoliertes Sammelgut dar, sondern sind die zentralen Regulatoren der Nährstoffdynamik.
Das Begehen des Schutzgebietes mit einer Gruppe von 20 Personen erfordert vom Exkursionsleiter Markus Pischel ein geschultes Gruppenmanagement. Um mechanische Schäden am Bodengefüge und an den im Oberboden verlaufenden Mycelien von Ektomykorrhizapilzen zu vermeiden, muss die Gruppe konsequent auf den ausgewiesenen Wegen geführt werden. Die artenkundliche Demonstration erfolgt idealerweise an unmittelbar am Wegesrand wachsenden Fruchtkörpern oder an mitgebrachten Anschauungsobjekten aus erwerbsrechtlich freigegebenen Zonen.
Didaktisch bietet der Termin im Oktober die Gelegenheit, den Teilnehmenden das Verstehen biochemischer Zersetzungsprozesse und symbiotischer Interaktionen näherzubringen. Die Differenzierung der zehn Hauptspeisepilze nach ihren Trophiegruppen veranschaulicht, dass Mykorrhizapilze wie der Fichten-Steinpilz oder der Flockenstielige Hexen-Röhrling direkt an den Erhalt alter Buchen gebunden sind, während Saprobionten wie das Stockschwämmchen auf ein kontinuierliches Angebot an Starktotholz angewiesen sind.
Zudem steht die Sicherheitsvermittlung im Vordergrund: Die präzise Gegenüberstellung von Speisepilzen und ihren tödlichen Doppelgängern – etwa dem Stockschwämmchen und dem Gift-Häubling – verdeutlicht die Notwendigkeit von Detailanalysen morphologischer Stielmerkmale. Die Exkursion im Stuckenberg erfüllt somit eine wichtige Funktion für den vorsorgenden Gesundheitsschutz und stärkt gleichzeitig das Bewusstsein für die Schutzbedürftigkeit komplexer Waldökosysteme.





