
Hubert Otto ist Apisticus 2026
Hubert Otto ist in der Imkerwelt kein Unbekannter, doch die Verleihung des „Apisticus des Jahres“ würdigt die enorme Bandbreite seiner jahrzehntelangen Arbeit. Sein Weg ist geprägt von der Überzeugung, dass Leidenschaft für die Biene und professionelle Strukturen untrennbar zusammengehören.
Vom Praktiker zum Gestalter
Begonnen hat alles ganz klassisch: Mit der eigenen Imkerei in Höxter. Doch Hubert Otto gab sich nie mit dem Status quo zufrieden. Er erkannte früh, dass die Zukunft der Imkerei in der Qualitätssicherung liegt.
- Die Ära der Honigbewertung: Als eine der treibenden Kräfte hinter der Modernisierung der Honigbewertung setzte er Standards, die heute landesweit gelten. Er wollte weg vom „Bauchgefühl“ hin zu messbaren Kriterien wie Wassergehalt, Enzymaktivität und sensorischer Reinheit.
- Der Sprung in die Digitalisierung: Während andere noch Karteikarten ausfüllten, dachte Otto bereits in Datenbanken. In enger Kooperation mit dem Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker, dem Imkerverband Rheinland sowie dem Deutschen Imkerbund (DIB) entwickelte er die zentrale Mitgliederverwaltung. Dieses System ist heute das digitale Rückgrat für tausende Imker auf Bundesebene und ermöglicht eine effiziente Kommunikation und Organisation.
Ausbildung und Tiergesundheit als Herzensanliegen
Hubert Ottos Wirken ist zudem untrennbar mit dem Kreis Höxter verbunden. Als zertifizierter Schulungsobmann hat er hunderte Neuimker in ihren ersten Schritten begleitet. Dabei war ihm eines immer wichtig: Die Vermittlung von Verantwortung.
- Bienensachverständiger (BSV): In seiner Funktion als BSV ist er seit Jahren an vorderster Front im Seuchenschutz tätig. Sein Fachwissen bei der Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut und sein besonnenes Handeln in Krisensituationen haben ihm in der Region und darüber hinaus höchstes Ansehen verschafft.
- Brückenbauer im Verband: Als Funktionär hat er es geschafft, die Interessen der kleinen Hobbyimkereien mit den Anforderungen eines modernen Dachverbandes zu versöhnen.
- Mentorenschaft und Ausbildung: Als zertifizierter Schulungsobmann hat er in unzähligen Grundkursen das Fundament für die nächste Imkergeneration gelegt. Sein Fokus liegt dabei stets auf der Verbindung von theoretischem Wissen und praktischer Verantwortung gegenüber der Natur.
Die höchste Ehrung: Hubert Otto ist „Apisticus des Jahres 2026“
Ein emotionaler Höhepunkt unmittelbar nach der Eröffnung war die Würdigung herausragender Verdienste um das Imkerwesen. Hubert Otto aus Höxter wurde unter großem Applaus geehrt. Sein Wirken verbindet handwerkliche Tradition mit modernem Verbandsmanagement:
- Der Laudator: Friedrich-Wilhelm Brinkmann, Ehrenvorstand des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker e. V., betonte in seiner Rede, dass Hubert Otto nicht nur ein Praktiker am Bienenvolk ist, sondern ein Architekt moderner Verbandsstrukturen. Er habe es verstanden, die Imkerschaft durch die Einführung digitaler Verwaltungsprozesse und hoher Qualitätsstandards zukunftsfähig aufzustellen.
- Symbolkraft: Die Auszeichnung unterstreicht, dass die moderne Imkerei sowohl tiefes biologisches Wissen als auch professionelle Organisationsstrukturen benötigt. Hubert Otto verkörpert beide Welten in besonderem Maße.
„Hubert Otto verkörpert beide Welten: Die Ruhe am Bienenvolk und die Dynamik am Computer. Er hat die Imkerschaft zukunftsfähig gemacht, indem er Strukturen schuf, die uns heute den Rücken für die eigentliche Arbeit mit den Bienen freihalten“, betonte Laudator Friedrich-Wilhelm Brinkmann.








