Künstlerische Collage zum historischen Erbe und der Gründung des Imkervereins Herford im Jahr 1899. Quelle: Archiv Imkerverein Herford | Autor: KI-generierte Komposition | Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Verlosungen waren ein traditionelles und überaus beliebtes Mittel, um die Geselligkeit und vor allem die Teilnahmebereitschaft an den Vereinsversammlungen zu fördern. Besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fanden sie regelmäßig auf fast jeder Sitzung statt und trugen maßgeblich zur Attraktivität der Treffen bei.
Dabei liefen diese Verlosungen nach bestimmten Mustern und Regeln ab:
- Die Gewinne: Es wurden fast ausschließlich nützliche bienenwirtschaftliche Gegenstände verlost. Die Bandbreite der Preise reichte von kleineren Utensilien wie Honiggläsern, Fachbüchern und Waben bis hin zu sehr wertvollen Hauptgewinnen wie kompletten Bienenstöcken, Honigschleudern oder sogar lebenden Bienenvölkern.
- Organisation und Finanzierung: Der Verein stellte für die Verlosungen regelmäßig feste Budgets aus der Vereinskasse oder aus Subventionen zur Verfügung. Meist wurde ein kleines Komitee aus zwei bis drei Mitgliedern (wie etwa die Herren Schwabedissen, Wellhöner oder Linkmeyer) beauftragt, die Preise im Vorfeld auszuwählen und anzukaufen.
- Teilnahmebedingungen: Eine strikte Regel besagte, dass nur die physisch anwesenden Mitglieder an der Verlosung teilnehmen und gewinnen durften. Dies sollte den Anreiz erhöhen, tatsächlich zu den Sitzungen zu erscheinen. Bei manchen Versammlungen wurde so reichlich eingekauft, dass garantiert jedes anwesende Mitglied zumindest einen kleinen Gegenstand mit nach Hause nehmen konnte.
- Zuzahlungen bei Hauptgewinnen: Wer einen besonders teuren Hauptgewinn ergatterte, war oft an finanzielle Auflagen gebunden. Als beispielsweise 1892 eine Schleudermaschine und 1894 ein wertvoller „Date-Kasten“ verlost wurden, beschloss der Verein, dass die Gewinner den Mehrbetrag, der über einem bestimmten Freibetrag (etwa 5 oder 15 Mark) lag, aus eigener Tasche an die Vereinskasse zurückzahlen mussten.
- Traditionelle “Lokalrunde” der Gewinner: Zur Stärkung der Gemeinschaft hatte sich im Verein der Brauch etabliert, dass die glücklichen Gewinner von ganzen Bienenvölkern eine Geldsumme (beispielsweise 3 bis 6 Mark) spendieren mussten, um der gesamten Versammlung Bier oder andere Getränke auszugeben („für gemeinschaftliche Zeche“).
