Laut den Aufzeichnungen aus den 1980er Jahren (insbesondere dem Protokoll der Herbstversammlung vom November 1985) bestand die Aufgabe des damaligen Kreisseuchenwarts, Herrn Kötter, bei der Varroabekämpfung vor allem darin, die Imker umfassend über die verschiedenen Medikamente und Behandlungsweisen aufzuklären.
Er fungierte als zentraler Fachberater und gab den Vereinsmitgliedern detaillierte Überblicke über die Wirkungsweise, die rechtliche Zulassung und die möglichen Nebenwirkungen der Präparate. Zu den von ihm vorgestellten Methoden gehörten:
- Folbex VA Neu: Er wies die Imker darauf hin, dass dieses Mittel Rückstände in Wachs und Honig hinterlassen kann und deshalb in manchen Bundesländern (wie Hessen) bereits verboten war.
- Ameisensäure (Illertisser-Milben-Platte): Er erklärte die ordnungsgemäße Anwendung dieses zugelassenen Arzneimittels und erläuterte – auch unter Einbeziehung des Kreisveterinärarztes – die seuchenrechtlichen Vorgaben, etwa bei der Ausstellung von Gesundheitsbescheinigungen für das Wandern.
- Perizin: Er stellte die erfolgreichen Feldversuche mit diesem Mittel vor, welches über die Hämolymphe (das Blut) der Bienen wirkte und die Milben mit einem sehr hohen Wirkungsgrad bekämpfte, ohne für die Bienen selbst toxisch zu sein.
- Biotechnische Verfahren: Zusätzlich zur chemischen Keule schulte der Kreisseuchenwart die Imker auch in biotechnischen Zusatzmaßnahmen, wie etwa dem gezielten Einsatz und Herausschneiden von Drohnenwaben.
Zusammenfassend sorgte der Kreisseuchenwart also durch Vorträge und Diskussionen dafür, dass die Imker im sachgemäßen und legalen Umgang mit den neuen Bekämpfungsmitteln geschult wurden.
