
Marktstand des KIV Soest mit Honigverkauf auf dem historischen Marktplatz vor Fachwerkhäusern auf dem Soester Bauernmarkt. Quelle: Eigene Aufnahme Autor: Rainer Rockstroh Lizenz: Alle Rechte vorbehalten
Ein Jubiläum, 60 Stände und tausende Fragen: Am 7. September wurde die Soester Altstadt zum Epizentrum für Regionalität. Mittendrin: Der Imkerverein Soest, der nicht nur Honig verkaufte, sondern ein klares Statement für die Zukunft der Imkerei setzte.
Der Duft von frischem Brot und würzigem Käse lag in der Luft, während die Waldhornbläser des Hegerings den passenden Soundtrack lieferten. Bei strahlendem Sonnenschein strömten die Besucher zum Soester Bauernmarkt. Doch wer den Stand des örtlichen Imkervereins suchte, fand mehr als nur goldgelbe Honiggläser. Im Jahr 2025 feiert der Verein sein 175-jähriges Bestehen – ein Meilenstein, der zeigt, dass Imkerei in Soest kein Trend, sondern tief verwurzelte Tradition ist.
Mehr als nur Honig: Ein Schaufenster der Imkerei
Anstatt sich auf dem stolzen Jubiläum auszuruhen, nutzten die Imkerinnen und Imker die Bühne des Marktes für das, was sie am besten können: Begeisterung wecken und Wissen teilen. Die Besucher deckten sich mit hochwertigen Bienenwachswaren und regionalen Honigspezialitäten ein, doch das eigentliche Highlight waren die Gespräche hinter den Kulissen.
Brennpunkt Asiatische Hornisse: Aufklärung auf Augenhöhe
Ein Thema dominierte die Fachgespräche am Stand: Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina). Was für den Laien oft nur wie ein weiteres Insekt wirkt, ist für uns Imker eine ernstzunehmende Bedrohung.
Der Verein setzte hier auf maximale Transparenz:
- Erkennungsmerkmale: Wie unterscheidet sich die invasive Art von unserer heimischen Hornisse?
- Meldewege: Was ist zu tun, wenn ein Nest entdeckt wird?
- Prävention: Wie schützen wir unsere Völker effektiv?
Besonders beeindruckend war das Interesse der Öffentlichkeit. Der Aufklärungstisch war dauerhaft belagert. Es zeigt sich: Die Bevölkerung will helfen, braucht aber die Expertise von uns Fachleuten.
Ein Blick in das Mikroskop: Die unsichtbare Gefahr
Neben den Hornissen gab es am Stand auch Einblicke, die man normalerweise nur im Labor bekommt. Eine Petrischale mit Faulbrutsporen verdeutlichte den Besuchern, mit welchen mikroskopischen Herausforderungen Imker heute kämpfen müssen. Es war diese Mischung aus “Imkerei zum Anfassen” und harter wissenschaftlicher Aufklärung, die den Stand zum Publikumsmagneten machte.
„Die Resonanz zeigt, dass das Interesse an Bienen und Umweltthemen ungebrochen ist. Unser Stand war nicht nur eine Verkaufsstelle, sondern ein Ort des Dialogs.“
Fazit: Tradition trifft Moderne
175 Jahre Imkerverein Soest – das bedeutet fast zwei Jahrhunderte Anpassung an sich wandelnde Umweltbedingungen. Der Auftritt auf dem Bauernmarkt hat bewiesen, dass der Verein lebendiger ist als je zuvor. Zwischen Korbwaren und Chutneys wurde deutlich: Ohne die ehrenamtliche Arbeit der Imker würde unserer Kulturlandschaft das Herzstück fehlen.
Wie sind eure Erfahrungen in diesem Jahr? Habt ihr bei euch in der Region auch ein verstärktes Interesse an der Vespa velutina bemerkt oder plant ihr selbst einen Infostand für euer nächstes Vereinsjubiläum? Schreibt es uns in die Kommentare oder besucht uns beim nächsten Imkerabend!
















