
Vom 11. bis 12. Oktober 2025 wurde die Hansestadt Bremen zum Herzschlag der deutschen Bienenwirtschaft. Rund um die historische Galopprennbahn trafen sich Imkerinnen, Imker und Fachleute, um ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern – und die Weichen für die Imkerei der Zukunft zu stellen. Unsere Obleute aus Westfalen waren mittendrin.
Wenn sich die Tore der Galopprennbahn öffnen und der Duft von Bienenwachs in der Luft liegt, weiß man: Es ist Deutscher Imkertag. Für unseren Landesverband war dieser Termin im Oktober 2025 besonders wichtig, um frische Impulse für die regionale Vermarktung und die politische Kommunikation nach Hause zu holen.
Ein Jahrhundert-Erbe: „Echter Deutscher Honig“ wird 100
Das grüne Gewährverschlussetikett ist mehr als nur Papier – es ist seit 1925 das Versprechen für Reinheit. Das 100-jährige Jubiläum der Kollektivmarke war das emotionale Highlight. Doch statt nur in der Vergangenheit zu schwelgen, blickte der Deutsche Imkerbund (D.I.B.) entschlossen nach vorn.
Wussten Sie schon? – 3 Fakten zum Jubiläum
- 1925: In diesem Jahr wurde das Warenzeichen eingeführt, um sich gegen billige Importe abzugrenzen.
- Qualität: Die Richtlinien des D.I.B. liegen seit jeher deutlich über den Anforderungen der staatlichen Honigverordnung.
- Vertrauen: Das grüne Etikett ist laut Umfragen eines der bekanntesten Qualitätssiegel im Lebensmittelbereich.
In Fachvorträgen von Expertinnen wie Elke Genersch und Martina Janke wurde deutlich: Honigfälschungen im internationalen Handel sind eine reale Bedrohung. Die strengen D.I.B.-Kontrollen sind heute unsere wichtigste Verteidigungslinie für ehrliche, heimische Produkte.
Fokus Westfalen: Bienenhaltung im Wohngebiet
Ein Thema, das bei uns in Westfalen – von Münster bis zum Ruhrgebiet – immer brisanter wird, ist die Bienenhaltung im urbanen Raum. In Bremen wurden hierzu klare Strategien für die Kommunikation mit Nachbarn und rechtliche Rahmenbedingungen diskutiert. Unser Ziel: Konflikte durch Aufklärung vermeiden, bevor sie entstehen. Transparenz ist hier das Stichwort.
Wissen für die Praxis: Hornissen und Resistenz
Das Fachprogramm bot eine beeindruckende Dichte an Informationen:
- Vespa velutina: Ein dringendes Update zur Ausbreitung der Asiatischen Hornisse. Wir in Westfalen müssen wachsam bleiben und die Monitoring-Netzwerke stärken.
- Varroa 2033: Die Diskussion über eine langfristig behandlungsfreie oder resistente Bienenpopulation geht weiter. Die Forschung macht Mut, doch der Weg bleibt ein Marathon.
Netzwerken & Technik-Trends
Die Fachausstellung mit über 30 Ausstellern bewies, dass die Imkerei digitaler wird. Ob sensorgesteuerte Stockwaagen oder optimierte Schleudersysteme – die Innovationen waren zum Greifen nah. Die Abendveranstaltung bot den perfekten Rahmen, um sich mit Vertretern anderer Landesverbände auszutauschen.
„100 Jahre Markenqualität sind kein Ruhekissen, sondern ein Auftrag für die Zukunft. Transparenz und Qualität sind die schärfsten Waffen gegen globalen Honigbetrug.“ – so das klare Resümee des Wochenendes.



























