In diesem Jahrzehnt war die Vereinsführung geprägt durch Kontinuität, aber auch durch den beginnenden Wandel in der Imkerei. Die Protokolle wurden meist vom Schriftführer H. Heitland oder seinem Nachfolger verfasst.
1970
- 10. Januar – Jahreshauptversammlung: Vorsitzender Steinmeier eröffnete die Sitzung. Bei den Wahlen wurde der gesamte Vorstand im Block wiedergewählt. Ein zentrales Thema war der Honigpreis: Man einigte sich auf einen Richtpreis von 3,50 DM pro 500g Glas.
- 18. April – Frühjahrsversammlung: Im Fokus stand die medikamentöse Behandlung gegen Nosema und andere Frühjahrskrankheiten. Es wurde zur regen Beteiligung an der Wanderung in die Obstblüte aufgerufen.
- 17. Oktober – Herbstversammlung: Die Honigernte wurde als „mittelmäßig“ bewertet. Man diskutierte über die Qualität des Winterfutters und die steigenden Zuckerpreise.
1971
- 16. Januar – Jahreshauptversammlung: Der Verein feierte das 100-jährige Bestehen des Deutschen Imkerbundes (DIB) im kleinen Rahmen. Der Kassenbericht von Kassierer Riepe wies einen soliden Bestand auf.
- 10. Juli – Sommerversammlung: Die Planung für die Heideimkerei in der Lüneburger Heide wurde besprochen. Es wurden Transportgemeinschaften gebildet.
- 23. Oktober – Herbstversammlung: Ein Bericht über die Heidefahrt zeigte, dass die Erträge dort sehr unterschiedlich ausgefallen waren. Die Vorbereitung auf die Einwinterung wurde detailliert besprochen.
1972
- 15. Januar – Jahreshauptversammlung: Wiedergewählt wurde der 1. Vorsitzende Steinmeier. Es wurde über die neue Honigverordnung und die Kennzeichnungspflichten informiert.
- 15. Juli – Versammlung: Die Versammlung stand ganz im Zeichen der Varroa-Milbe, die in anderen Ländern bereits auftrat, in Deutschland aber noch kein Thema im Verein war (hier konzentrierte man sich noch auf die Trachtnutzung).
- 21. Oktober – Herbstversammlung: Ein extrem schlechtes Erntejahr aufgrund der nasskalten Witterung im Frühsommer wurde beklagt. Viele Völker mussten bereits im August massiv gefüttert werden.
1973
- 10. Februar – Jahreshauptversammlung: Wahl von H. Schmidt zum stellvertretenden Vorsitzenden. Der Verein beschloss, eine Werbeaktion für „Echten Deutschen Honig“ in den lokalen Zeitungen zu starten.
- 16. Juni – Sommerversammlung: Diskussion über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft und deren Gefahren für die Bienenstände im Herforder Raum.
- 20. Oktober – Herbstversammlung: Die Zuckerpreise stiegen weiter an, was die Imker vor finanzielle Herausforderungen stellte. Der Honigpreis wurde auf 4,00 DM angehoben.
1974
- 16. Februar – Jahreshauptversammlung: Der 1. Vorsitzende Steinmeier blieb im Amt. Er berichtete über die Arbeit im Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker.
- 11. Mai – Versammlung: Ein Vortrag über die Königinnenzucht und die Bedeutung der Zuchtauslese stand auf dem Programm.
- 16. November – Herbstversammlung: Rückblick auf ein „gutes Honigjahr“. Die Mitglieder berichteten von vollen Schleudern, besonders im Bereich des Waldhonigs.
1975
- 15. Februar – Jahreshauptversammlung: Der Verein beging sein 88. Jahr (Gründung 1887). Es wurde über eine mögliche Fusion mit benachbarten Vereinen nachgedacht, was jedoch abgelehnt wurde.
- 14. Juni – Versammlung: Besprechung der Teilnahme am Imkertag in Münster.
- 25. Oktober – Herbstversammlung: Statistikaufnahme: Der Bestand im Verein lag bei etwa 520 Völkern, verteilt auf 38 aktive Imker.
1976
- 14. Februar – Jahreshauptversammlung: Fokus auf Bienengesundheit. Der Tiergesundheitsdienst gab Empfehlungen zur Prophylaxe.
- 24. April – Versammlung: Verteilung von Informationsmaterial über die Bienenweide und die Bedeutung von Heckenpflanzungen.
- 23. Oktober – Herbstversammlung: Ein Jahr mit extremem Trockenstress für die Pflanzen, was den Honigtauertrag (Waldhonig) negativ beeinflusste.
1977
- 12. Februar – Jahreshauptversammlung: Varroa-Alarm: Zum ersten Mal wurde in den Protokollen ernsthaft über die Bedrohung durch die Varroa-Milbe gesprochen, die sich in Hessen bereits ausgebreitet hatte.
- 18. Juni – Sommerversammlung: Praktische Vorführung von verschiedenen Bienenbeuten (Hinterbehandler vs. Magazinimkerei).
- 22. Oktober – Herbstversammlung: Besprechung der neuesten Forschungsergebnisse zur Varroa-Bekämpfung durch das Bieneninstitut in Mayen.
1978
- 11. Februar – Jahreshauptversammlung: Die Vorstandswahlen bestätigten die bewährte Führung. Es wurde beschlossen, ein gemeinsames Varroa-Behandlungskonzept für den Verein zu entwickeln.
- 10. Juni – Versammlung: Einladung zu einem Ausflug an den Lehrbienenstand eines befreundeten Vereins.
- 21. Oktober – Herbstversammlung: Die Ernteberichte waren durchwachsen. Sorge bereitete vor allem die Überwinterung unter dem Druck der Milbe.
1979
- 10. Februar – Jahreshauptversammlung: G. Müller wurde zum neuen Schriftführer gewählt. Der Honigpreis stieg auf einen Richtwert von 5,00 DM bis 5,50 DM.
- 12. Mai – Versammlung: Planung eines „Tags der offenen Tür“ am Bienenstand, um neues Interesse für die Imkerei in Herford zu wecken.
- 20. Oktober – Herbstversammlung: Abschluss des Jahrzehnts mit einer positiven Bilanz der Vereinsarbeit, trotz der aufkommenden Bedrohungen für die Bienengesundheit.
