Ein interaktiver Workshop mit Brainstorming-Session an einer Moderationswand. Quelle: Archiv, Autor: Rainer Rockstroh Lizenz: CC BY-SA 4.0]
Die Expertenkonferenz in Neustadt an der Weinstraße
Die Ausbreitung der Vespa velutina lässt sich nicht mehr stoppen – aber wir können lernen, unsere Völker effektiv zu schützen. Am 18. Januar 2025 wurde Neustadt an der Weinstraße zum Epizentrum der europäischen Hornissenabwehr. Über 200 Experten aus zehn Ländern kamen zusammen, um eine neue Ära des Populationsmanagements einzuläuten.
Die Fakten: Ein Kontinent sucht nach Antworten
Wenn sich über 200 Fachleute aus ganz Europa treffen, ist die Lage ernst. Die Botschaft der internationalen Expertenkonferenz in Neustadt war deutlich: Die Asiatische Hornisse ist gekommen, um zu bleiben. Doch statt Resignation herrschte Aufbruchstimmung. Das Ziel hat sich verschoben – weg von der (mittlerweile kaum noch möglichen) vollständigen Ausrottung, hin zu einem intelligenten, flächendeckenden Management.
Vom Kampf zur Kontrolle: Der neue Kurs
Der wichtigste Impuls der Konferenz ist ein strategischer Kurswechsel. Da die Vespa velutina bereits weite Teile Europas besiedelt hat, rücken zwei Säulen in den Fokus der künftigen Arbeit:
- Direkter Schutz am Bienenstand: Wenn das Nest nicht gefunden wird, muss die Verteidigung direkt am Flugloch erfolgen. Der Einsatz von Schutzgittern und sogenannten “elektrischen Harfen” wird zunehmend zum Standard, um den Jagddruck auf unsere Honigbienen zu minimieren.
- Populationsmanagement statt Ausrottung: Es geht darum, die Dichte der Hornissen so weit zu reduzieren, dass die Imkerei wirtschaftlich und ökologisch tragfähig bleibt.
Innovationen in der Nestsuche
Ein Highlight der Konferenz war die Vorstellung modernster Technik. Die Herausforderung bleibt oft die Höhe: Nester in 20 oder 30 Metern Höhe sind für Imker händisch kaum erreichbar. In Neustadt wurden innovative Methoden zur Nestdetektion (u. a. via Telemetrie) und technische Lösungen für die Entfernung in großen Höhen präsentiert, die künftig auch bei uns verstärkt zum Einsatz kommen sollen.
Europa muss zusammenrücken
Die Experten forderten lautstark ein Ende des Flickenteppichs. Was wir brauchen, sind:
- Einheitliche Standards: Meldesysteme und Bekämpfungsmethoden müssen über Grenzen hinweg harmonisiert werden.
- Politische Rückendeckung: Die Bekämpfung der Invasoren darf nicht allein auf den Schultern (und Geldbeuteln) der Imkerschaft lasten.
Wichtig für unsere Mitglieder: Die in Neustadt gewonnenen Erkenntnisse sind kein theoretisches Wissen für die Schublade. Sie fließen ab sofort direkt in die Ausbildung unserer Referenten ein und bilden das Fundament für unsere aktuelle Beratungspraxis im Landesverband. Wir bringen die europäische Expertise direkt zu euch an den Bienenstand.
Gemeinsam für den Schutz unserer Bienen
Wir bleiben für euch am Ball und halten euch über die neuesten technischen Entwicklungen und Schulungstermine auf dem Laufenden. Habt ihr bereits Erfahrungen mit Schutzgittern oder Harfen gesammelt? Schreibt uns in den Kommentaren oder kontaktiert unsere Fachberater!
