Eine Gruppe von Spaziergehern im Gespräch auf einem winterlichen Parkweg. Quelle: Archiv | Autor: Rainer Rockstroh | Lizenz: CC BY 4.0
Referentenweiterbildung im Rombergpark
Trotz Minusgraden übten Schulungsreferenten aus NRW im Dortmunder Rombergpark die gezielte Ortung von Vespa velutina — einer Hornet, die Bienenvölkern gefährlich werden kann.
11. Januar 2025, Rombergpark, Dortmund, Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker e. V.
Es ist ein grauer Januarmorgen im Rombergpark Dortmund. Kalt, feucht, kaum Licht unter den Bäumen. Doch rund ein Dutzend Schulungsreferenten des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker lassen sich davon nicht aufhalten — sie sind hier, um zu lernen, wie man eine der gefährlichsten invasiven Tierarten Europas aufspürt.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) breitet sich seit Jahren unaufhaltsam nach Norden aus. Ursprünglich aus Südostasien stammend, hat sie mittlerweile weite Teile Westeuropas erreicht. Ihr Hunger nach Honigbienen macht sie zur ernsten Bedrohung für die Imkerei — und damit für die Bestäubung zahlreicher Nutzpflanzen.
„Wissen ist unsere wichtigste Waffe. Nur wer die Art kennt, kann sie rechtzeitig entdecken und melden.”
Expertin Anja Stamm, Fachleitung der Fortbildung
Zwei Methoden, ein Ziel: das Nest finden
Unter der Leitung von Expertin Anja Stamm stand an diesem Tag vor allem die praktische Nestsuche auf dem Programm. Dabei kamen zwei Techniken zum Einsatz: die Triangulation — ein Verfahren, bei dem Beobachter aus verschiedenen Winkeln den Flugweg einzelner Tiere verfolgen und per Peilung den Neststandort eingrenzen – sowie die Doppelkreis-Methode, bei der markierte Hornissen gezielt ausgesetzt und ihre Rückkehrrichtung mehrfach dokumentiert wird.
Da im Januar naturgemäß keine lebenden Tiere verfügbar sind, trainierten die Teilnehmer an künstlichen Objekten – ein durchaus wirkungsvoller Ansatz, um Abläufe zu verinnerlichen, bevor es im Frühjahr ernst wird.
Multiplikatoren für den Ernstfall
Die Fortbildung ist Teil einer Strategie des Verbandes: Statt zentralisierter Bekämpfung setzt man auf ein flächendeckendes Netz gut ausgebildeter Fachleute. Die Schulungsreferenten sollen das erworbene Wissen über Biologie, Jahresentwicklung und Nestsuche direkt in die örtlichen Imkervereine tragen — als Multiplikatoren, die vor Ort aufklären, schulen und im Verdachtsfall koordiniert handeln können.
Denn die Zeit drängt: Experten rechnen damit, dass Vespa velutina in den kommenden Jahren auch in Westfalen und Lippe flächendeckend Fuß fassen wird. Wer dann nicht vorbereitet ist, wird zu spät reagieren.
Verdacht auf Asiatische Hornisse?
Sichtungen bitte über das Neobiotica-Portal des LANUV melden. Nester niemals selbst entfernen — Fachberater kontaktieren.
