
Honig ernten ist das eine – ihn zu veredeln das andere. Am 6. September 2025 versammelten sich neugierige Imker beim Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker e. V., um unter der Leitung von Experte Jürgen Stork in die „Königsdisziplin“ einzutauchen: Die Kunst der professionellen Metherstellung.
Met gilt als eines der ältesten Kulturgetränke der Welt. Doch wer glaubt, dass für einen erstklassigen Honigwein lediglich Wasser und Honig zusammengerührt werden, der irrt. „Met herzustellen ist eine wunderbare Möglichkeit, die Wertschöpfung des eigenen Honigs zu steigern und gleichzeitig ein Stück Kulturgut zu bewahren“, so der Tenor des Kurses.
Mehr als nur Gärung: Präzision ist das Geheimnis
Unter der fachkundigen Anleitung von Susanne und Jürgen Stork wurde schnell klar: Ein wirklich guter Met entsteht nicht durch Zufall, sondern durch präzise Planung und tiefes Verständnis der Gärbiologie. Jürgen Stork verknüpfte dabei theoretisches Fachwissen geschickt mit praktischen Kniffen aus seinem reichen Erfahrungsschatz.
Die Säulen der Metbereitung: Was die Teilnehmer lernten
Der Kurs deckte die gesamte Bandbreite der Herstellung ab. Besonders im Fokus standen dabei vier kritische Erfolgsfaktoren:
- Die Honigauswahl: Nicht jeder Honig passt zu jedem Met-Typ. Die Teilnehmer lernten, welche Sorten die gewünschte Geschmacksrichtung am besten unterstützen.
- Hefemanagement: Ohne die richtige Reinzuchthefe und eine kontrollierte Gärtemperatur bleibt das Ergebnis oft hinter den Erwartungen zurück.
- Säuremanagement: Ein entscheidender Punkt für Haltbarkeit und Aroma. Die Balance zwischen Süße und Säure ist die „Seele“ des Weines.
- Hygiene & Technik: Vom penibel gereinigten Gärballon bis zur professionellen Abfüllung – Sauberkeit ist das oberste Gebot.
Sensorik und Fehlervermeidung: Das „Warum“ hinter der Chemie
Statt trockener Theorie gab es Chemie zum Anfassen. Jürgen Stork erklärte leidenschaftlich nicht nur das Wie, sondern vor allem das Warum. Ein besonderes Highlight war die sensorische Analyse: Anhand von Proben lernten die Imker, Nuancen zu unterscheiden und – noch wichtiger – potenzielle Gärfehler frühzeitig zu erkennen.
Dieses Wissen ist bares Geld wert, bewahrt es den Imker doch davor, wertvollen Honig durch vermeidbare Fehler im Gärprozess zu verlieren.
„Die Qualität des produzierten Mets ist eine Visitenkarte für unsere Imkerei in Westfalen und Lippe.“
Ein Fazit, das nachhallt
Die Resonanz war eindeutig: Die Teilnehmer kehrten mit vollen Notizbüchern und neuer Inspiration an ihre eigenen Bienenstände zurück. Für den Landesverband ist dieser Spezialkurs ein zentraler Baustein, um die Vielseitigkeit von Bienenprodukten in den Fokus zu rücken und die Wertschöpfungskette für Imker nachhaltig zu stärken.
Ein herzliches Dankeschön geht an Jürgen Stork für seine Expertise und sein außerordentliches Engagement.
Lust auf mehr bekommen?
Aufgrund der enormen Nachfrage und der begeisterten Rückmeldungen planen wir bereits jetzt eine Fortsetzung und Vertiefung des Themas für das kommende Verbandsjahr.
Haben Sie selbst schon Erfahrungen mit der Metherstellung gemacht oder Fragen zu den nächsten Kursterminen? Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar oder kontaktieren Sie die Geschäftsstelle!



