Oxalsäurestreifen auf einer Brutwabe. Quelle: Banana / Autor: KI / Lizenz: CC BY-SA 4.0
…ist in Deutschland nicht zugelassen. Das Thema der Oxalsäure-Langzeitbehandlung (OAE – Oxalic Acid Extended-release) ist aber eines der spannendsten Felder, an denen Randy Oliver aktuell arbeitet. Da du dich dafür interessierst, gehen wir mal tiefer in die Materie seiner Forschung dazu ein.
Das Grundproblem herkömmlicher Oxalsäure-Behandlungen
Die klassische Oxalsäure-Behandlung (Träufeln oder Sublimieren) wirkt nur auf die phoretischen Milben – also die Milben, die gerade auf den Bienen sitzen. Milben in der verdeckelten Brut bleiben geschützt. Deshalb muss man normalerweise brutfreie Zustände abwarten oder mehrfach behandeln.
Randy Olivers Lösung: Oxalsäure in Glycerin
Randy Oliver hat ein Verfahren verfeinert, das ursprünglich aus Argentinien (Aluen CAP) stammt. Dabei wird Oxalsäure in pflanzlichem Glycerin gelöst und auf ein Trägermaterial (meist schmale Streifen aus Zellulose oder saugstarken Haushaltstüchern) aufgebracht.
- Das Prinzip: Das Glycerin dient als Trägerstoff und sorgt dafür, dass die Oxalsäure an den Bienenbeinen haften bleibt, wenn sie über die Streifen laufen. Die Säure wird so im ganzen Stock verteilt.
- Die Langzeitwirkung: Die Streifen bleiben über einen Zeitraum von ca. 6 bis 8 Wochen im Volk. Das deckt mehrere Brutzyklen der Bienen ab. Jede Milbe, die aus der Brut schlüpft, kommt früher oder später mit der Säure in Kontakt.
Die Vorteile laut Olivers Versuchen
In seinen großflächigen Feldversuchen hat Randy Oliver beeindruckende Ergebnisse erzielt:
- Hohe Effizienz: Oft werden Wirkungsgrade von über 90 % erreicht, auch während das Volk voll in Brut steht.
- Anwendersicherheit: Da die Säure im Trägermaterial gebunden ist, besteht kein Risiko durch Einatmen (wie beim Verdampfen).
- Bienenverträglichkeit: Bei der richtigen Dosierung zeigen die Völker kaum Stressreaktionen, und die Königin legt normal weiter.
- Rückstände: Seine Analysen zeigen, dass die Rückstände im Honig bei korrekter Anwendung nach der Ernte unter den kritischen Grenzwerten bleiben.
Wichtige Faktoren für den Erfolg
Randy betont immer wieder, dass die Details entscheidend sind:
- Das Verhältnis: Er nutzt meist ein Gewichtsverhältnis von 1:1 ($1g$ Oxalsäure-Dihydrat auf $1g$ Glycerin).
- Die Feuchtigkeit: Glycerin ist hygroskopisch (zieht Wasser an). In sehr feuchten Klimaten können die Streifen “suppen”, in sehr trockenen wirken sie schlechter.
- Die Platzierung: Die Streifen müssen dort hängen, wo die höchste Bienenfrequenz herrscht – also mitten im Brutnest oben auf den Rähmchen.
Achtung!
Rechtlicher Hinweis für Deutschland
In Deutschland ist die Anwendung von Oxalsäure in Glycerin auf Zellulosestreifen aktuell nicht als Tierarzneimittel zugelassen. Auch wenn die Forschung von Randy Oliver sehr vielversprechend ist, darf das Verfahren hierzulande offiziell nicht zur Milbenbekämpfung eingesetzt werden, solange kein zugelassenes Fertigarzneimittel auf dieser Basis verfügbar ist.
Randy Oliver arbeitet momentan intensiv daran, die optimale Dosierung für verschiedene Klimazonen zu finden, damit das Verfahren weltweit standardisiert werden kann.
