Engagierte Teilnehmer während einer Versammlung in einem hellen Tagungsraum. Quelle: Privat | Autor: Rainer Rockstroh | Lizenz: Alle Rechte vorbehalten
Die Multiplikatorenschulung
Die Ausbreitung der Vespa velutina in Westfalen und Lippe ist kein bloßes Schreckensszenario mehr – sie ist Realität. Doch statt in Schockstarre zu verharren, geht der Landesverband Westfälisch-Lippischer Imker e. V. in die Offensive. Im Februar 2025 wurden im Rahmen einer intensiven Multiplikatoren-Schulung erfahrene Imker zu Experten ausgebildet, um das Wissen dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird: an jeden einzelnen Bienenstand.
Wissen als wirksamste Waffe
Um die rasant voranschreitende Ausbreitung proaktiv zu bremsen, reicht es nicht aus, nur auf Sichtungen zu reagieren. Die Fachabteilung Schulung setzte daher im Februar auf ein dreiteiliges Ausbildungsprogramm. Das Ziel: Ein flächendeckendes Netz aus Spezialisten zu spannen, die in der Fläche als Berater und Strategen fungieren.
Die Ausbildungsschwerpunkte: Präzision statt Zufall
Die Teilnehmer tauchten tief in die Materie ein. Dabei ging es nicht nur um graue Theorie, sondern um handfestes Handwerkszeug für die Praxis:
- Biologie & Monitoring: Wer den Feind besiegen will, muss ihn verstehen. Ein besonderer Fokus lag auf dem Lebenszyklus der Hornisse und der Identifikation der kritischen Gründernest-Phasen. Nur wer im Frühjahr die Königinnen erkennt, kann die Nestbildung im Sommer verhindern.
- Die Kunst der Nestsuche: Das Aufspüren der Nester im dichten Gelände gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die Experten wurden daher intensiv in den Methoden der Triangulation und der Doppelkreis-Methode geschult, um Standorte präzise einzugrenzen.
- Standverteidigung: Was tun, wenn die Hornisse bereits am Stand jagt? Von Schutzgittern bis hin zu „Maulkörben“ für Beuten – die Multiplikatoren lernten, wie betroffene Imker ihre Völker effektiv schützen können.
“Diese Multiplikatoren sind das Rückgrat unserer Aufklärungsarbeit. Sie stellen sicher, dass kein Imker in Westfalen und Lippe mit dieser Herausforderung allein gelassen wird.”
Einheitliche Aufklärung in den Vereinen
Damit die Informationen nicht in den Köpfen der Teilnehmer bleiben, bildete die Didaktik den Abschluss der Schulung. Mit einheitlichem Informationsmaterial und professionellen Präsentationsvorlagen im Gepäck sind die neuen Experten nun bereit, in die Kreisimkervereine auszuschwärmen. So wird eine qualitativ hochwertige und konsistente Beratung im gesamten Verbandsgebiet gewährleistet.
Fazit: Wir sind bereit
Mit dem erweiterten Pool an Experten verfügt der Landesverband nun über eine schlagkräftige Truppe, die den Imkern vor Ort mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Botschaft ist klar: Die Vespa velutina ist da, aber die Imkerschaft in Westfalen und Lippe ist vorbereitet, gut vernetzt und fachlich auf dem neuesten Stand.
