Bienen füttern sich an einem Futtereimer mit klarem Zuckersirup auf einem hölzernen Bienenstockrahmen in einem blühenden Garten während der goldenen Stunde. Quelle: Banana Autor: Rainer Lizenz: CC BY-SA 4.0]
Die Honigernte ist abgeschlossen, und für uns Imker beginnt damit bereits das neue Bienenjahr. Die wichtigste Aufgabe jetzt: Die Wintereinfütterung. Damit deine Bienen im Frühjahr kräftig auswintern, kommt es auf den richtigen Zeitpunkt, die passende Menge und das ideale Futter an.
Warum die Einfütterung über Erfolg oder Misserfolg entscheidet
Bienen sammeln im Sommer Vorräte, um den Winter zu überstehen. Da wir ihnen den Honig als Ertrag entnommen haben, müssen wir für einen gleichwertigen Ersatz sorgen. Ein schlecht gefüttertes Volk verhungert nicht nur, es ist auch anfälliger für Krankheiten und Varroa-Druck.
1. Der optimale Zeitpunkt: Timing ist alles
Mit der Einfütterung solltest du direkt nach der letzten Honigernte beginnen (meist Ende Juli bis Mitte August).
- Vorteil: Die noch vorhandenen Sommerbienen verarbeiten das Futter.
- Wichtig: Füttere idealerweise abends, um Räuberei am Stand zu vermeiden.
2. Zuckerwasser oder Fertigsirup?
Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile:
- Zuckerlösung (3:2): Preiswert und regt den Bautrieb an, muss aber vom Volk erst invertiert (aufgespalten) werden.
- Fertigsirup (Invertzucker): Bequemer für den Imker und kräfteschonender für die Bienen, da der Zucker bereits gespalten ist. Er lagert zudem weniger schnell aus (kristallisiert nicht so leicht).
- Futterteig: Eher für die späte Ergänzung oder Ablegerbildung geeignet.
3. Die richtige Menge berechnen
Wie viel Futter ein Volk benötigt, hängt von der Region, der Beute und der Volksstärke ab. Als Faustregel gilt für den deutschsprachigen Raum:
- Einräumige Überwinterung (z. B. Zander/DNM): ca. 12–15 kg Futter.
- Zweiräumige Überwinterung: ca. 18–22 kg Futter.
- Ableger: ca. 10–12 kg.
Experten-Tipp: Wiege deine Beuten! Nur das Wiegen gibt dir Sicherheit, wie viel “Netto-Futter” tatsächlich in den Waben gelandet ist. Vergiss nicht, das Eigengewicht der Beute und der Bienen abzuziehen.
4. Schritt-für-Schritt: So gehst du vor
- Bestandsaufnahme: Wie viel Resthonig ist noch im Volk?
- Intervallfütterung: Gib das Futter in Portionen (z. B. 5-Liter-Eimer). So können die Bienen es zügig einlagern, ohne das Brutnest komplett zu fluten.
- Flugloch einengen: Um Räuberei vorzubeugen, sollten die Fluglöcher während der Fütterungsphase klein gehalten werden.
- Kontrolle: Prüfe im September noch einmal das Gewicht. Ein „Nachfüttern“ ist einfacher als eine Notfütterung im Februar.
Fazit: Ein sattes Volk ist ein gesundes Volk
Die Wintereinfütterung ist kein Hexenwerk, erfordert aber Sorgfalt und ein gutes Zeitmanagement. Wer hochwertiges Futter in ausreichender Menge bereitstellt, legt den Grundstein für eine erfolgreiche Saison im nächsten Jahr.
